AUSGANGSLAGE – DIENSTLEISTER EXPANDIERT UNKOORDINIERT VON LIECHTESTEIN IN DIE SCHWEIZ
Ein liechtensteinisches Dienstleistungsunternehmen mit lokalem Eigentümer hatte seine Geschäftstätigkeit schrittweise in die Schweiz ausgeweitet. Über mehrere Schweizer Gesellschaften wurden verschiedene Standorte aufgebaut, an denen lokale Teams Dienstleistungen direkt für Kunden erbrachten.
Parallel dazu wurden Management- und Beratungsleistungen weiterhin über die liechtensteinische Gesellschaft erbracht. Der Unternehmer war sowohl strategisch als auch operativ stark in die Entwicklung der Gruppe eingebunden.
Mit zunehmendem Wachstum stellte sich die Frage, wie die Leistungen zwischen den liechtensteinischen und schweizerischen Gesellschaften steuerlich korrekt verrechnet werden können – insbesondere ohne unerwünschte ertragssteuerliche Risiken oder Unsicherheiten bei der steuerlichen Anerkennung der Struktur zu schaffen.
DER EIGENTLICHE KNACKPUNKT – OHNE STRUKTURELLE ANPASSUNGEN DROHEN STEUERLICHE NACHTEILE
Im Rahmen der Analyse wurde deutlich, dass nicht in erster Linie die laufenden internen Verrechnungen sauber strukturiert, sondern eigentlich die Eigentümerstruktur und Gewinnrückführung sauber geplant werden musste.
So zeigte sich insbesondere, dass die bestehende Beteiligungsstruktur langfristig steuerliche Nachteile verursachen könnte – insbesondere im Hinblick auf zukünftige Gewinnausschüttungen aus der Schweiz sowie die Behandlung schweizerischer Altreserven.
Ohne Anpassung der Struktur bestand somit das Risiko, dass Ausschüttungen der schweizerischen Verrechnungssteuer unterliegen oder nur mit zusätzlichem administrativem Aufwand effizient zurückgeführt werden können.
Gerade bei Unternehmensgruppen mit Aktivitäten in Liechtenstein und der Schweiz ist entscheidend, dass operative Funktionen, interne Leistungen und Beteiligungsstrukturen gesamthaft aufeinander abgestimmt sind.

UNSER ANSATZ – EINKLANG OPERATIVER REALITÄT UND STEUERLICHE STRUKTUR DURCH NEUE HOLDING
Gemeinsam mit dem Unternehmer haben wir zunächst die bestehenden Funktionen, Verantwortlichkeiten und Leistungsbeziehungen innerhalb der Gruppe analysiert.
Im Zentrum stand dabei die Frage, wie die Management- und Beratungsleistungen der liechtensteinischen Gesellschaft gegenüber den Schweizer Gesellschaften steuerlich nachvollziehbar, fremdüblich und langfristig tragfähig ausgestaltet werden können.
Parallel dazu haben wir die Beteiligungsstruktur weiterentwickelt, um auch die zukünftigen Gewinnströme steuerlich effizienter auszugestalten.
Die Lösung bestand darin, die schweizerische Gesellschaft in die liechtensteinische Gesellschaft einzubringen und dadurch eine neue Holdingstruktur zu schaffen, welche auch der tatsächlichen wirtschaftlichen Handlungsweise der Gruppe entsprach. Damit konnten sowohl die bestehenden Reserven als auch zukünftige Gewinne strukturiert und Liechtensteinverrechnungssteuerlich optimiert werden.
Ein zentraler Bestandteil des Projekts war zudem die verbindliche Abstimmung mit den zuständigen Steuerbehörden in beiden Ländern.
Sowohl mit der Eidgenössischen Steuerverwaltung als auch mit der liechtensteinischen Steuerverwaltung wurden Rulings eingeholt, welche die Umstrukturierung, die internen Leistungsverrechnungen sowie die Behandlung der schweizerischen Altreserven verbindlich regelten.
WAS SICH WIRKLICH VERÄNDERT HAT –KÜNFTIGE AUSSCHÜTTUNGEN UND GEWINNSTRÖME STEUERLICH OPTIMAL
Heute verfügt das Unternehmen über eine Struktur, welche die operative Realität der Gruppe abbildet und gleichzeitig steuerlich belastbar ausgestaltet ist.
Die internen Leistungen zwischen Liechtenstein und der Schweiz sind nachvollziehbar geregelt und verbindlich abgestimmt. Gleichzeitig ermöglicht die neue Holdingstruktur, zukünftige Ausschüttungen und Gewinnströme deutlich effizienter abzuwickeln.
Durch die frühzeitige Anpassung der Struktur konnten potenzielle steuerliche Risiken rechtzeitig entschärft und die Grundlage für weiteres Wachstum geschaffen werden.

Oder, wie es ein Mitglied der Geschäftsleitung formuliert hat:
Für uns war entscheidend, dass nicht nur die laufenden Verrechnungen sauber geregelt wurden, sondern auch die Struktur langfristig funktioniert. Genau diese Sicherheit haben wir heute.
DAS WICHTIGSTE AUF EINEN BLICK:
- Strukturierung einer bereits umgesetzten Expansion von Liechtenstein in die Schweiz
- Analyse und Regelung interner Management- und Beratungsleistungen
- Vermeidung ertragssteuerlicher Risiken bei grenzüberschreitenden Leistungsbeziehungen
- Implementierung einer neuen Holdingstruktur
- Optimierung der zukünftigen Verrechnungssteuersituation und Behandlung schweizerischer Altreserven
- Verbindliche Absicherung durch Rulings mit der ESTV und der liechtensteinischen Steuerverwaltung
ÜBER DIE AUTORIN
Die Strukturierung von Unternehmensgruppen zwischen Liechtenstein und der Schweiz erfordert ein tiefes Verständnis für operative Abläufe, steuerliche Zusammenhänge und die praktische Umsetzung im Unternehmensalltag.
Michael Abegg begleitet seit vielen Jahren Unternehmen bei Expansionen, Umstrukturierungen und der steuerlichen Abstimmung länderübergreifender Aktivitäten zwischen der Schweiz und Liechtenstein.
Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Verbindung von operativer Realität und steuerlicher Struktur – insbesondere bei internen Leistungsbeziehungen, Beteiligungsstrukturen sowie der frühzeitigen Identifikation von Risiken im Bereich der schweizerischen Verrechnungssteuer.
Sein Anspruch ist es, Lösungen zu entwickeln, die nicht nur steuerlich überzeugen, sondern auch langfristig tragfähig, rechtlich abgesichert und praktisch umsetzbar sind.
MICHAEL ABEGG
Partner & Geschäftsführer

Neue Technologien verändern Geschäftsmodelle schneller, als das Steuerrecht reagieren kann. Wir analysieren innovative Geschäftsmodelle im Fintech- und Blockchain-Bereich, bringen steuerliche Klarheit in dynamische Strukturen und minimieren Unsicherheiten – damit innovative Ideen realisiert werden können.

