Was, wenn Pillar 2 keinen Bestand hat?
Diese Frage prägte den Ausgangspunkt unseres Netzwerktreffens in Davos — und bringt gut zum Ausdruck, was dieses Treffen von klassischen Fachveranstaltungen unterscheidet.
Gemeinsam mit PrimeTax AG haben wir 12 unabhängige Steuerberatungskanzleien aus verschiedenen europäischen Ländern zusammengebracht. Alle Teilnehmenden sind Teil eines über viele Jahre gewachsenen Netzwerks, das auf enger Zusammenarbeit bei internationalen Mandaten basiert — wobei Red Leafs Tax aktiv dazu beiträgt, Perspektiven zu verbinden und den Austausch innerhalb dieses Netzwerks zu fördern.
Was dieses Netzwerk auszeichnet, geht über fachliche Expertise hinaus. Es ist ein gemeinsames Verständnis unserer Arbeit: geprägt von Qualität, Integrität und dem Anspruch, praxisnahe und nachhaltige Lösungen zu entwickeln. Das Netzwerk ist nicht formal organisiert, sondern basiert auf Vertrauen, Kontinuität und der Fähigkeit, länderübergreifend effizient zusammenzuarbeiten.

Blick über die Umsetzung hinaus
Den Auftakt bildete ein Referat von Prof. Dr. Peter Hongler, der bewusst einen Schritt zurücktrat und die Diskussion zu Pillar 2 aus einer übergeordneten Perspektive beleuchtete.
Im Mittelpunkt standen grundlegende Fragestellungen:
- Wo liegen die rechtlichen Spannungsfelder innerhalb des aktuellen Regelwerks?
- Wie stabil ist Pillar 2 aus systemischer Sicht?
- Und inwieweit kann davon ausgegangen werden, dass die bestehenden Regelungen langfristig Bestand haben?
Diese Perspektive machte deutlich, dass Pillar 2 nicht nur ein technisches Thema ist, sondern Teil eines dynamischen internationalen Steuerumfelds, das eine laufende Einordnung und Abstimmung über Ländergrenzen hinweg erfordert.

Von der Gesamtperspektive zur praktischen Umsetzung
Darauf aufbauend verlagerte sich die Diskussion auf die praktischen Fragestellungen.
Die Session wurde von Barbara Hoop (Red Leafs Tax) und Patrick Scherrer (PrimeTax) moderiert und bot Raum für einen offenen und fokussierten Austausch.
Barbara Hoop brachte dabei ihre praktische Erfahrung ein, um ausgewählte Aspekte von Pillar 2 zu beleuchten, die aus Beratungssicht besonders relevant sind. Gleichzeitig profitierte die Diskussion insgesamt von den unterschiedlichen Perspektiven innerhalb der Gruppe.
Im Mittelpunkt standen unter anderem Fragen zu Anreizsystemen, Umsetzungsherausforderungen und zur Positionierung von Beratungsleistungen in einem sich weiterentwickelnden Umfeld.
Gerade in diesem Kontext zeigt sich der Wert eines eng verbundenen Netzwerks: Viele Herausforderungen sind nicht länderspezifisch, sondern vergleichbar — und lassen sich im direkten Austausch mit erfahrenen Partnern deutlich effizienter adressieren.
Fachlicher Austausch zu zentralen Themen
Die anschliessenden Break-out Sessions knüpften daran an und verbanden fachliche Tiefe mit praktischer Relevanz. Jede Session wurde durch ein kurzes Impulsreferat eingeleitet:
- Vermögensstrukturen und Asset Protection — Franz Wegscheider (Red Leafs Tax), mit Fokus auf Liechtenstein-Strukturen
- Mehrwertsteuer bei Krypto-Transaktionen — Christoph Drexl (PrimeTax)
- Rechtsmittelverfahren, Verständigungsverfahren (MAP) und Schiedsverfahren — Priska Rösli (Red Leafs Tax)
- Verrechnungspreise im M&A-Kontext — Patrick Scherrer (PrimeTax)
Im Vordergrund stand dabei stets der Austausch von Praxiserfahrungen — getragen von Offenheit und Vertrauen innerhalb der Gruppe.
Der Wert eines starken Netzwerks
Eine zentrale Erkenntnis des Treffens ist, dass erfolgreiche internationale Steuerberatung zunehmend auf starken, vertrauensbasierten Netzwerken beruht — und weniger auf isolierter Einzelexpertise.
Über die Jahre hat sich innerhalb dieser Gruppe eine Zusammenarbeit entwickelt, die einen direkten, effizienten und offenen Austausch ermöglicht — sowohl im Rahmen solcher Treffen als auch in der täglichen Mandatsarbeit. Red Leafs Tax übernimmt dabei eine aktive Rolle, indem wir gezielt Expertise aus verschiedenen Ländern zusammenführen und sicherstellen, dass Lösungen nicht nur fachlich überzeugen, sondern auch praktisch umsetzbar sind.
Viele der wertvollsten Erkenntnisse entstanden dabei in informellen Gesprächen — und unterstreichen die Bedeutung von Kontinuität und Vertrauen als Grundlage qualitativ hochwertiger Beratung.
Davos — mehr als ein fachlicher Austausch
Abgerundet wurde das Programm durch einen gemeinsamen Fondue-Abend in der Alten Post sowie — für die Motivierten — einen Skitag bei frischem Neuschnee.
Diese Momente sind kein Nebenschauplatz, sondern ein wesentlicher Bestandteil, um die Beziehungen zu stärken, die eine erfolgreiche Zusammenarbeit tragen.

Dank
Unser besonderer Dank gilt Prof. Dr. Peter Hongler für seinen herausragenden Beitrag. Es ist ihm gelungen, wissenschaftliche Tiefe mit praktischer Relevanz zu verbinden und damit eine Diskussion anzustossen, die weit über das Übliche hinausgeht.
Ebenso danken wir allen teilnehmenden Kanzleien für den offenen Austausch, die wertvollen Einblicke und das entgegengebrachte Vertrauen.



